Colorado

Faszination: Ein 800 Meter tiefer Erdspalt

Enge, abgrundtiefe, schmale und spektakuläre Schlucht mit schwarzen Felsen

Es gibt Schluchten in Nordamerika, die sind tiefer.
Es gibt Schluchten in Nordamerika, die sind steiler.
Es gibt Schluchten in Nordamerika, die sind enger.

Doch es gibt es wohl keine Schlucht in Nordamerika, die eine so dramatische Kombination aus Tiefe, Steilheit und Enge bietet, wie der Black Canyon of the Gunnison im Westen Colorados. Der Canyon zieht sich auf knapp 80 Kilometer durch ein Hochplateau und erreicht dabei Tiefen von bis zu 800 Meter, während die Canyonwände teilweise weniger als 300 Meter voneinander entfernt sind. Es gibt Teile der Schlucht, in denen nur an rund 30 Minuten des Tages die Sonne scheint. Das lässt den ohnehin aufgrund des dunklen Gesteins bestehenden Canyon noch düsterer wirken. Die Schlucht kam auch so zu ihrem Namen „Black Canyon“.

Der Gunnison River, der den Canyon formte, zählt zu den fünf steilsten Flüssen Nordamerikas. Er überwindet in einem Teil des Parks mehr als 50 Höhenmeter auf nur einem Kilometer Strecke.

Der Park hat zwei Eingänge, je einen auf der Nord- und einen auf der Südseite. Der südliche Eingang ist deutlich besser erschlossener und auch bei Besuchern beliebter. Hier lockt vor allem der gut 10 Kilometer lange South Rim Drive, eine Panoramastraße, die sich teilweise direkt am Rande der Schlucht entlang schlängelt. Neben zahlreichen Aussichtspunkten, gibt es auch mehrere Wanderwege und ein informatives Besucherzentrum.

An den Aussichtspunkten sollte man stets auf die Vögel achten, die die tolle Thermik des Canyons ausnutzen. Man kann hier beispielsweise Wanderfalken, Steinadler und Truthahngeier beobachten. Auch Maultierhirsche, Dickhornschafe und sogar Pumas und Schwarzbären sind vereinzelt innerhalb des Parks anzutreffen.

Black Canyon of the Gunnison National Park Informationen

Lage und Größe
Der Black Canyon of the Gunnison National Park erstreckt sich über eine Fläche von rund 124 km² und liegt im Westen des Bundesstaates Colorado.

Große Karte anzeigen

Anreise
Per Auto erreicht man den Park bequem von Montrose aus über den Highway 50. Der Südeingang des Parks liegt rund 20 Minuten westlich der Stadt. Von Grand Junction aus sind es rund 1,5 Stunden Fahrt, Gunnison liegt rund eine Stunde östlich des Parks. Das Städtchen Montrose ist auch per Flug von Denver oder sogar Orten an der Ostküste aus zu erreichen.

Öffnungszeiten und Saisonzeiten
Der Black Canyon of the Gunnison National Park ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. In den Wintermonaten gibt es allerdings einige Teile des Parks, die gesperrt sind. Von Ende November bis üblicherweise Mitte April ist beispielsweise die komplette Nordseite des Canyons gesperrt. Auch auf der Südseite sind zwischen November und April die East Portal Road und Teile der South Rim Road für den Autoverkehr gesperrt.

Besucherzentren
Das South Rim Visitor Center ist ganzjährig zwischen 8:30 und 16:00 Uhr geöffnet, in den Sommermonaten sogar von 08:00 bis 18:00 Uhr. An der Nordseite gibt es lediglich eine Ranger Station und eine Station, an der man den Eintritt selbst bezahlen kann, falls die Ranger Station nicht besetzt ist.

Eintrittspreise
Der Parkeintritt gilt für alle Besucher für bis zu 7 Tage. Mit dem privaten Auto, Van, Geländewagen, Motorrad oder Wohnmobil, kostet der Eintritt USD 15 pro Fahrzeug. Für Einzelpersonen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Park betreten, beträgt die Gebühr USD 7 und ist ebenso für bis zu 7 Tage gültig. An einigen ausgewählten Feiertagen und Feiertagswochenenden das Jahr über kann der Park zudem kostenlos besucht werden.

America the Beautiful Annual Pass
Der Jahrespass kostet USD 80 und erlaubt ab Kaufdatum für ein Jahr den Besuch von über 2.000 US-Bundes-Erholungsgebieten und Nationalparks. Die Eintrittsgebühr gilt für den Fahrer und alle Passagiere eines privaten, nicht kommerziellen Fahrzeugs (bzw. bis insgesamt max. 4 Erwachsene, wenn Eintrittsgebühren pro Person verlangt werden). Kinder unter 16 Jahren sind frei. Ab dem Besuch von mehr als 4 Nationalparks lohnt sich meist der Kauf des America the Beautiful Annual Pass.
Der Pass kann in vielen Geschäften in den USA gekauft werden und ist vorab auch bei verschiedenen Reiseveranstaltern erhältlich.

Hotels
Innerhalb des Black Canyon of the Gunnison National Parks gibt es (außerhalb der Campingmöglichkeiten) keine Unterkünfte – und auch keine Gastronomie. Die nächstgelegenen Hotels findet man in der Stadt Montrose, die etwa 20 Minuten vom Parkeingang entfernt liegt. Hier finden sich im Wesentlichen die gängigen Kettenhotels und ein breites Angebot an Einkaufs- und Essensmöglichkeiten, sowie eine übersichtliche kleine Downtown.

Gut eine Stunde östlich des Parks liegt die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde Gunnison, Ort des ältesten Rodeos in Colorado. Auch hier finden sich einige Unterkunftsmöglichkeiten und zahlreiche Restaurants- und Shoppingmöglichkeiten. Eine weitere Option ist das 30 Auto-Minuten entfernte Skiörtchen Crested Butte, das sich mit seinen bunten Holzhäuschen überaus idyllisch in die Rockies schmiegt.

Auch von Grand Junction aus – der größten Stadt im Westen Colorados – ist der Black Canyon of the Gunnison National Park innerhalb von rund 90 Minuten erreichbar.

Campingplätze
Im Gebiet des Black Canyon of the Gunnison National Parks gibt es insgesamt drei verschiedene Campingoptionen. Der deutlich größte Platz ist der South Rim Campground mit 88 Stellplätzen. Er ist der einzige Platz im Park, der (im Sommer) über Strom- und Wasseranschlüsse sowie reservierbare Plätze verfügt. Ebenfalls über die Südseite des Parks zugänglich ist der East Portal Campground. Da dieser nur über die sehr schmale und extrem kurvige East Portal Road erreicht werden kann, ist er Campground mit seinen 15 Stellplätzen nur für Zeltcamper und Wohnmobile bis 6,70m Länge offen. Da die Straße selbst in den Wintermonaten (Nov-Apr) geschlossen ist, gilt dies natürlich auch für den Campground.

Der kleinste Campground des Parks befindet sich auf der Nordseite des Canyon. Der North Rim Campground verfügt über 13 Stellplätze ohne Stromanschlüsse. Wasser ist im Hochsommer verfügbar. Wohnmobile bis zu 10 Metern Länge sind hier gestattet. Die Zugangsstraße ist allerdings auf den letzten 10 Kilometern ungeteert. Im Frühjahr und Herbst wird der Platz häufig voll.

Klima
Die Sommermonate (Juni – Mitte September) sind in der Regel warm bis heiß, abends wird es dennoch häufig recht kühl. Tagestemperaturen können fallweise die 30 Grad Marke erreichen. Speziell im Juli und August ist die Gewittergefahr sehr groß.
Der Winter ist für gewöhnlich kühl. Gelegentliche gibt es zwischen Oktober und Mai auch Schneestürme.

Durchschnittstemperaturen im
Black Canyon of the Gunnison National Park in Colorado in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 2 7 12 16 22 28 31 29 25 18 9 3
Tiefstwerte -9 -6 -2 2 6 11 14 13 14 2 -4 -8
Durchschnittstemperaturen im
Black Canyon of the Gunnison National Park in Colorado in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 2 7 12 16 22 28
Tiefstwerte -9 -6 -2 2 6 11
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 31 29 25 18 9 3
Tiefstwerte 14 13 14 2 -4 -8

Kleidung
Eine gute Ausrüstung, der Saison entsprechende angepasste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip und vernünftige Planung sind unerlässlich, um einen Aufenthalt sicher und angenehm zu gestalten, wenn man größere Wanderungen unternehmen will. Die meisten Aussichtspunkte sind allerdings innerhalb weniger Minuten von den jeweiligen Parkplätzen zu Fuß erreichbar, so dass sich vor allem festes, trittsicheres Schuhwerk empfiehlt.

Aktivitäten

VUSA-Tipps für den Black Canyon of the Gunnison National Park

Für die meisten Besucher besteht der klassische Aufenthalt im Black Canyon of the Gunnison National Park aus einer Fahrt auf der Panoramastraße entlang der Südkante des Canyons, dem South Rim Drive, für den man etwa knapp einen halben Tag einplanen sollte. Die Straße schlängelt sich über rund 10 Kilometer direkt an der Südkante der Schlucht entlang und hat insgesamt 12 verschiedene Aussichtspunkte, die von unterschiedlichen Parkplätzen aus meist innerhalb von kurzen Spaziergängen erreichbar sind. Wer nur wenig Zeit hat, sollte zumindest an den wichtigsten Aussichtspunkten Gunnison Point, Chasm View, Painted Wall und Sunset View einen Halt machen.
Am Gunnison Point befindet sich zudem das Visitor Center des Parks. Hier gibt es eine spannende Ausstellung über die faszinierende Entstehung des Canyons, sowie ein beeindruckendes Video über die Schlucht. Das Besucherzentrum bietet sich daher ebenfalls für einen kurzen Stopp an.

Aufgrund der extrem steil abfallenden Wände des Canyons gibt es für normale Besucher keine Möglichkeiten in den Canyon hinein zu wandern. Die existierenden Wanderwege sind meist kurze Trails, die am Rande der Schluchtkante entlangführen – darunter beispielsweise der rund 3 Kilometer lange ‚Oak Flat Loop Trail’ oder der etwas einfachere, gut 2 Kilometer lange ‚Warner Point Nature Trail’. Ausgiebigere und anspruchsvollere Wanderwege befinden sich auf der Nordseite des Parks mit dem ‚North Vista Trail’ (ca. 10 Kilometer) und dem ‚Dead Horse Trail’ (etwa 7,5 Kilometer).

Wer an den Boden des Canyons will, hat zwei Möglichkeiten: Die East Portal Road ermöglicht über eine sehr kurvige, steile Straße die Fahrt bis auf den Grund des Canyons an einer etwas breiteren und flachen Stelle auf der Ostseite des Parks. Hier gibt es neben einem Campground auch hervorragende Angelmöglichkeiten. Die zweite Option ist der Abstieg auf unmarkierten Trails durch Fallrinnen, direkt in die Steilwände des Canyons. Dies wird aber nur Menschen in exzellenter körperlicher Verfassung empfohlen, da hier in kürzester Zeit hunderte Höhenmeter überwunden werden müssen. Neben einer entsprechenden Vorbereitung erfordern diese Extremwanderungen auch eine Wilderness Permit der Nationalpark Ranger.

Für Felsenkletterer und Kayaker gilt im Grunde ähnliches: Beide Aktivitäten sind möglich, aber das Terrain innerhalb des Parks ist dermaßen anspruchsvoll und teilweise gefährlich, dass diese Aktivitäten nur für absolute Experten in bester körperlicher Verfassung in Frage kommen.

Da der Nationalpark selbst nur rund ein Viertel des insgesamt fast 80 Kilometer langen Canyons umfasst (dafür aber den tiefsten und steilsten Teil), gibt es rund um den Park allerdings noch weitere Möglichkeiten für Aktivitäten im und am Canyon. Besonders in der im Osten an den Park angrenzenden Curecanti National Recreation Area gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen, Wassersport, Angeln und Camping.

Besonders beliebt ist die Morrow Point Boat Tour, die es Besuchern erlaubt, auf einer rund 90 Minuten-Fahrt einen Teil des Black Canyons von gemütlichen Pontonbooten aus zu erkunden. Das Ticket kostet USD 16 pro Person und erfordert zwingend eine Reservierung vorab per Telefon oder im Elk Creek Visitor Center am Blue Mesa Reservoir. Die Touren selbst starten am Pine Creek Trail und finden in den Sommermonaten zwei Mal täglich (außer Dienstag) statt.

Weitere Informationen über den Black Canyon of the Gunnison National Park findet man auf der Website des National Park Service: www.nps.gov/blca