Miami und Miami Beach

Attraktionen in Süd-Florida: Mehr als bloß Sandstrände

Das Hollywood am Strand und vieles mehr

Miami Beach: Das als „Amerikanische Riviera“ oder „Hollywood Lateinamerikas“ bekannte Miami Beach präsentiert sich als visuelles Fest aus Pastellfarben und skurrilen Details. Die vorgelagerte Insel wurde zu einem Inbegriff für Beachlife und Nachtleben.

Als Aushängeschild gilt der weltberühmte Art-Déco-District am South Beach (auch SoBe genannt). Die mehr als 800 liebevoll restaurierten Gebäude aus den 1920er bis 1940er Jahren gelten als weltweit größtes Ensemble von Art-Déco-Bauten. Denkmalschützer und Geschäftsleute investierten in dieses Viertel jahrelange Arbeit und Millionen von Dollar, um die wundervollen alten Gebäude zu erhalten und in Hotels, Restaurants, Clubs und Boutiquen zu verwandeln. www.mdpl.org

Miami verfügt über die höchste Dichte an Boutique Hotels weltweit, die vornehmlich junges Szenepublikum in das Viertel zwischen Ocean Drive und Biscayne Bay locken – dorthin, wo der Weltklasse-Architekt Frank Gehry das neue Konzerthaus für die New World Symphony auf rund 8.000 m² erbaute. Der 200-Millionen-Dollar Bau mit erstklassiger technischer und akustischer Ausstattung ist das erste Gebäude des Star-Architekten in Florida. Das Konzerthaus zeichnet sich durch seine gebrochene Geometrie, die abgewinkelten Ebenen, kippenden Räume und umgekehrte Formen aus. Es bietet einen Konzertsaal mit 700 Plätzen, eine Musikbibliothek, ein Studio für Dirigenten, 26 Einzel- und sechs Gruppenproberäume. Ein an das Haus angrenzender Park sowie ein Parkhaus bieten Platz für neugieriges Publikum – so fungiert die Frontseite des Gebäudes zugleich als überdimensionale Leinwand, auf der Videoprojektionen oder Live-Übertragungen unter freiem Himmel gezeigt werden können. www.nws.edu

Downtown Miami: Neben der Finanz- und Businessmeile, der Brickell Avenue, steht das Viertel heute für Kunst und Kultur. Das architektonisch beeindruckende Adrienne Arsht Centers for the Performing Arts von Cesar Pelli bietet berühmten Künstlern und talentierten Newcomern eine extravagante Plattform. Kulturell interessierte Besucher erleben vor atemberaubender Kulisse Broadway-Musicals, Ballette, Tanz und Kabarett sowie Jazz-, Rock- und Popkonzerte weltberühmter Musikgrößen. www.arshtcenter.org

Wynwood Arts District, Design District, MiMo District: Von Betancourt bis Botero, Reggae bis Rumba, Art-Déco bis Art Basel – Miami hat sich innerhalb weniger Jahren zu einem Kunstmekka der Extraklasse gemausert. Der Design District als Mittelpunkt der Möbeldesign- und Einrichtungsindustrie in Südflorida liegt nördlich von Downtown Miami. Hier reihen sich Innenausstatter, Ausstellungsräume und Kunstgalerien aneinander, die auch für das breite Publikum zugänglich sind. Zudem haben sich hier schicke Clubs und Lounges angesiedelt, die mit ihrer Mischung aus Techno, House und Kunstevents spät abends ein illustres Szene-Publikum anlocken. In unmittelbarer Nachbarschaft findet man den Wynwood Arts District, in dem unter anderem die Rubell Family Collection, die größte Privatsammlung von Gegenwartskunst in den USA und die Margulies Collection mit ihren aufregenden Fotografien und Kunstexponaten, beheimatet sind. www.wynwoodmiami.comrfc.museum; www.margulieswarehouse.com

In Sachen Architektur besinnt sich Miami neben dem berühmten Art-Déco-District nun auch am Festland auf seine Wurzeln: So erlebt seit einigen Jahren der MiMo-Stil (Miami Modern) eine Renaissance. Entlang des Biscayne Boulevards erstrahlt zwischen der 50. bis zur 77. Straße frisches Grün, umgeben vom futuristischen Jetson-Stil der 50er Jahre, beispielsweise verkörpert durch das Motel Blu.

Little Havana und Little Haiti: Miamis kubanische Atmosphäre erlebt man am intensivsten in Little Havana. Hier ist die Luft geschwängert vom Duft des starken Café Cubano und süßem Zuckerrohr-Saft, den die Kubaner „Guarapo“ nennen. Zwar zogen über die Jahre auch viele Menschen aus Nicaragua und Honduras zu, doch in den Restaurants, Nachtclubs, Theatern und Zigarren-Shops rund um die Hauptstraße Calle Ocho blieb die kubanische Authentizität erhalten. Salsa- und Merengue-Klänge sind überall zu hören.

Im Norden des Design Districts liegt Little Haiti, wo viele haitianische Künstler, Musiker und Unternehmer leben. Vor dem Hintergrund aus karibischen Farben und kreolischem Charme trifft der Besucher immer wieder auf ein Stück afro-karibischer Religion. Zwischen familienbetriebenen Lebensmittelgeschäften und Restaurants lässt sich bisweilen sogar ein wenig von der Magie des Voodoo spüren. Der Stolz der Gemeinde ist der Caribbean Marketplace: eine Open-Air-Replik des berühmten Iron Market in Port-au-Prince. littlehaiticulturalcenter.com

Coconut Grove: Südlich von Downtown liegt Miamis älteste Gemeinde Coconut Grove. In seiner Hochzeit als Künstlerkolonie bekannt, zieht der kulturell vielschichtige Ort heute Touristen und Einheimische gleichermaßen an. Zahlreiche Restaurants und Cafés entlang der Straßen laden nach einem Bummel durch die Galerien, Antiquitäten-Geschäfte, Boutiquen und Buchläden zum Verweilen ein. Wer mag, kann sich auch mit einer Fahrrad-Rikscha durch das lebendige Viertel chauffieren lassen. Hinter Wänden aus Korallengestein liegt das Vizcaya Museum and Gardens, ein 70-Zimmer-Herrenhaus voller europäischer Kunstschätze aus vier Jahrhunderten. Jedes Jahr im Februar richtet das Viertel zu Ehren seiner künstlerischen Wurzeln das Coconut Grove Arts Festival, das größte Outdoor-Kunstspektakel der USA, aus.

Coral Gables: Rote Dächer, Häuser im mediterranen Stil, Straßen, die nach spanischen Städten und Eroberern benannt wurden, und ein Netzwerk aus Wasserstraßen, an denen schnittige Yachten ankern, prägen das Bild von Coral Gables. Das als „City Beautiful“ bekannte, von George Merrick in den zwanziger Jahren designte Viertel, wartet mit einigen interessanten Sehenswürdigkeiten auf: Das Venetian Pool – für viele das schönste Schwimmbad der Welt – wurde 1923 aus einem alten Korallensteinbruch gestaltet und galt aufgrund seiner verspielten Ornamente, Springbrunnen, gepflasterten Brücke, Höhlen und Wasserfällen als einer der mondänsten Treffpunkte des Ortes.

In näherer Umgebung steht auch das legendäre Biltmore Hotel, das während seiner Blütezeit in den 1920er-Jahren illustre Gäste wie Al Capone, die Herzogin von Windsor und später auch Judy Garland beherbergte. Im zweiten Weltkrieg diente es als Militärlazarett. 1986 wurde es aufwändig renoviert und machte nur wenige Jahre danach Pleite. 1992 eröffnete es erneut. Das Biltmore hat den größten Pool aller US-Hotels, indem Film-Tarzan Johnny Weissmuller Schwimmlehrer war und in den 1930er Jahren einen Weltrekord aufstellte. www.biltmorehotel.com

Erst im Dezember 2002 eröffnete die Open-Air Shopping Mall The Village of Merrick Park als neuestes Highlight. Hier gruppieren sich mehr als 100 Geschäfte, Boutiquen und Restaurants rund um eine attraktive Parkanlage mit farbenprächtigen Blüten. www.shopsatmerrickpark.com

Nahrung für den Kopf: Weitere besuchenswerte Museen

Das Bass Museum of Art im Herzen des Art Deco Distrikts bietet diverse temporäre Ausstellungen und eine attraktive Sammlung europäischer Kunst und Skulpturen. www.bassmuseum.org

Das Historical Museum of South Florida erzählt u.a. sehr anschaulich die Geschichte der kubanischen Exilanten. www.historical-museum.org

Das Pérez Art Museum Miami (PAMM) ist ein Kunstmuseum, das sich moderner, zeitgenössischer, internationaler Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. pamm.org

Das Jewish Museum of Florida zeigt die Geschichte der Juden in Florida bis ins Jahr 1763 zurück. www.jewishmuseum.com

Nicht nur im MOCA – Museum of Contemporary Art, kommen Liebhaber zeitgenössischer Kunst auf ihre Kosten. www.mocanomi.org. Auch das Miami Art Museum hat sich dieser verschrieben. www.miamiartmuseum.org

Das Lowe Art Museum gehört zur University of Miami und zeigt bis zu 5.000 Jahre alte Kunstwerke aus allen Teilen der Welt. www6.miami.edu/lowe

Das Haitian Heritage Museum beschreibt sich selbst als haitianisches Mekka in Little Haiti, wo jedermann eingeladen ist, die Schönheit haitianischer Kunst, ob in Form historischer Sammlungen, Filmen, Musik oder Büchern, zu bewundern. www.haitianheritagemuseum.org

Das renommierte Patricia and Philipp Frost Art Museum am Campus der Florida International University widmet sich der lateinamerikanischen und modernen amerikanischen Kunst. www.thefrost.fiu.edu

Das Miami Science Museum, beherbergt über 140 interaktive wissenschaftliche Exponate zu den Themen Physik, Elektrizität, Licht, Akustik und Anatomie. Im angeschlossenen Planetarium werden täglich Astronomie- und Laser-Shows geboten. Darüber hinaus verfügt das Haus über die größte naturhistorische Sammlung in Südflorida. Das angeschlossene Tierzentrum, welches sich um verletzte Raubvögel und Reptilien kümmert, beheimatet 175 Tiere. www.miamisci.org
Ein ziemlich skurriles Museum ist das Ancient Spanish Monatery in North Miami Beach. Der Klosterkreuzgang wurde 1133 bis 1141 in der Nähe von Segovia in Spanien gebaut. 1925 erwarb der Zeitungsmogul William R. Hearst das im frühgotisch-romanischen Stil errichtete Gemäuer, verpackte die rund 35.000 Steine in Kisten und ließ sie nach Amerika transportieren. Aufgrund einer damals grassierenden Maul-und Klauenseuche wurden die Kisten geöffnet, um das Stroh zu untersuchen, wobei die Steine falsch zurückgepackt wurden. Danach lagerten die Kisten in New York bis man 1952 beschloss, das größte und teuerste Puzzle der Welt wieder zusammenzusetzen. Der Kreuzgang ähnelt dem Original, aber einige der Steine liegen immer noch im Garten, weil man sie nicht zuordnen konnte. www.spanishmonastery.com

Den jüngsten Besuchern der Stadt ist das Miami Children‘s Museum gewidmet. www.miamichildrensmuseum.org

Ausflüge und Touren ins Umland

Key Biscayne: Eine der bekanntesten Inseln im Archipel der Florida Keys ist Key Biscayne. Der Rickenbacker Causeway verbindet das Festland mit der nur wenige Meilen südöstlich von Miami gelegenen Insel, die mit herrlichen Stränden aufwartet. Am beeindruckendsten ist der fünf Kilometer lange, sehr breite Strand im Crandon Park in der oberen Hälfte der Insel. Am südlichen Ende liegt der Bill Braggs Cape Florida State Park.

In Key Biscayne befindet sich auch das Miami Seaquarium, wo man viel über die Wunder des Meeres lernen und mit Delfinen schwimmen kann. Hier kann man auch Meeresschildkröten und Seekühe beobachten. Das Aquarium ist eine der berühmtesten Attraktionen Miamis.

Eine weitere Sensation sind die Sümpfe des Everglades National Park, die vom Lake Okeechobee gespeist werden. Die einzigartige Landschaft besteht aus großen Riedgrasflächen, unterbrochen von Waldinseln und Wasserstraßen. Dieses Biotop ist Heimat vieler Tier- und Pfanzenspezies – darunter mehr als 400 Vogelarten sowie der einzigen Krokodil-Population der USA.

Biscayne Nationalpark: Dichte Mangrovensümpfe schützen die Küste des Biscayne National Park mit den nördlichsten Inseln der Florida Keys. Das Highlight des Parks ist das Korallenriff mit seinen Korallenformationen, Myriaden von Fischen und anderen Meeresbewohnern. Die Strandwallinseln hier sind unberührt, sodass die Korallen gesünder sind und das Wasser klarer als in den Unterwasserparks weiter südlich. Angeboten werden Glasbodenbootsfahrten sowie Tauch- und Schnorcheltrips. Alle Exkursionen werden vom Besucherzentrum arrangiert.

Tipps für Feinschmecker und Nachteulen

Die Vielfalt macht es aus: Floridas Metropolis ist durchaus ein Stern am Gourmethimmel